Wenn mit der dunklen Jahreszeit die Angst bei Pferden größer wird

Der Reiter auf dem roten Pferd bereitet sich auf den Sprung über ein Hindernis im herbstlichen Wald vor.

Das kannst Du tun!

Gehört Dein Pferd auch zu den Pferden, die in der dunklen Jahreszeit noch mehr Angst haben als sonst? Im Wald raschelt das herabfallende Laub oder Radfahrer rasen an Euch vorbei. Im Winter könnte es auch der Schneemann sein, der gebaut wird. Es gibt so einige Herausforderungen, die Deinem Pferd Angst machen können.

Viele sagen, bei schlechtem Wetter sei ihr Pferd irgendwie anders drauf. Doch was ist mit „schlechtem“ Wetter eigentlich gemeint? Damit wird wohl allgemein die dunkle Jahreszeit gemeint, also der Herbst und der Winter. Die Pferde sind in der Zeit auch knackiger unterwegs, wenn es windig ist und kälter wird.

Grundsätzlich sei gesagt, dass es kein schlechtes Wetter gibt.

Das ist das Wichtigste

Das Wichtigste ist unabhängig von der Wettersituation, dass Du auf Dein Pferd eingehst und es dort abholst, wo es gerade ist. Hierzu ist nicht nur eine fundierte Ausbildung Deines Pferdes wichtig, sondern auch die eigene Weiterbildung.

Im Sommer kannst Du neben Ausritten auch viel Bodenarbeit oder Freiarbeit machen, um das Pferd auf die dunkle Jahreszeit vorzubereiten. Damit baust Du Vertrauen zu Deinem Pferd auf und Ihr kommt entspannter durch den Herbst und Winter.

Nun ist der Sommer aber schon vorbei und Du fragst Dich jetzt, was Du noch tun kannst, damit sich Dein Pferd weniger gruselt?

Was Du vor der dunklen Jahreszeit tun kannst

Versuche doch mal, mit Deinem Pferd einen schönen Spaziergang zu machen. Vielleicht hast Du ein schönes Waldstück in der Nähe, dass Ihr in aller Ruhe mal „erkunden“ könnt. Bereite es darauf vor, dass nun mehr Geräusche auftreten als noch im Sommer.

Die ideale Situation wäre ein Führseil mit einem Spielraum von drei bis vier Metern, damit Dein Pferd Dir nicht gleich am „Rockzipfel“ hängt, wenn es sich doch erschrocken hat.

An den noch etwas wärmeren Tagen kannst Du Dein Pferd auch mal in der Herde beobachten. Wie verhält es sich in der Herde? Kannst Du hier besondere Bedürfnisse erkennen? Welchen Rang hat es in der Herde? Wie begrüßt Du eigentlich Dein Pferd, wenn es auf Dich zugeht? Ist es Dir dann zugewandt oder rennt es auf der Koppel vor Dir weg?

Vertrauen stärken

Es ist immer sinnvoll, viel Zeit zu investieren, um die Beziehung zu Deinem Pferd zu stärken. Je größer das Vertrauen zueinander ist, umso einfacher ist die gemeinsame Arbeit. Es ist wichtig, das eigene Pferd als Partner zu verstehen und nicht nur als Mittel, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Mit der folgenden Übung kannst Du eine Schrecksituation mit einem nicht beweglichen Objekt mildern.

Vorab sei noch gesagt, dass Pferde eine Situation auf der rechten Seite anders wahrnehmen als auf der linken. Wenn Du beim ersten Mal also rechts an dem „Gespenst“ vorbeiläufst, ist es vielleicht sehr entspannt. Das kann auf dem Rückweg, wenn Du links daran vorbeiläufst, schon ganz anders aussehen und Dein Pferd scheut.

Warum ist das so? Die linke Gehirnhälfte eines Pferdes ist die denkende, kooperative Seite. Hier wollen wir unser Pferd auch haben, denn es soll nachdenken und mitmachen.

Die rechte und die linke Gehirnhälfte des Pferdes

Querschnitt eines Pferdegehirns
Die linke Gehirnhälfte steuert bewusstes Verhalten. Die rechte Gehirnhälfte steuert den Instinkt.

Die rechte Gehirnhälfte ist die Reizreaktivseite, hier reagiert das Pferd also instinktiv, ohne darüber nachzudenken und der Fluchtinstinkt gewinnt die Oberhand. Wenn es nun aber nicht flüchten kann, geht es auf Konfrontation und somit meistens auf die Sache zu. Deswegen ist das Ziel bei der Arbeit mit einem Pferd, es auf die linke Gehirnhälfte zu bekommen, damit es mitarbeitet und eine Situation vor allem positiv abspeichert.

Nun willst Du mit Deinem Pferd rechts an einer Gefahrensituation (Schneemann, Pfütze …) vorbei und es scheut oder Du merkst schon vorher, dass sich Dein Pferd anspannt. Die Ohren gehen vor und zurück, es ist unsicher und prustet oder ist auch mit allen vier Füßen am Boden zur Flucht bereit.

Mit dieser Übung kannst Du Deinem Pferd helfen

Hier kann es hilfreich sein, dass Du Dich zwischen Dein Pferd und dem Hindernis stellst. Damit schickst Du Dein Pferd zwischen Dir und dem Hindernis durch. Sollte sich Dein Pferd anspannen, dann nimm noch etwas „Tempo“ aus der Situation, damit es sich entspannen kann. Geht langsam und ohne Druck auf das Hindernis zu und dann auch wieder zurück. Achte hierbei auf die Körpersprache Deines Pferdes, dass du die Komfortzone nicht überschreitest und die Situation nicht eskaliert. Die Angst darf nicht zu groß werden. Diese Art von Annäherung und Rückzug gehört zum natürlichen Verhalten eines Pferdes.

Wiederholung

Habt Ihr es durch das Hindernis bzw. daran vorbei geschafft, guckst Du die Hinterhand weg. Dabei muss Dein Pferd die Beine überkreuzen und über die Situation nachdenken. Dann schaut es auch mit dem anderen Auge die Gefahrensituation an. Schicke es nun auf der anderen Seite durch das Hindernis und gucke wieder die Hinterhand weg, bis sich Dein Pferd entspannt. Diese Übung wiederholst Du bis Dein Pferd ganz entspannt an der Situation vorbeigehen kann.

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Autorinnen: Mona & Jacky

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