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Das Sommerekzem löst bei Pferden einen starken Juckreiz aus. Das kann durch heftiges Scheuern zu Haarausfall führen.
Das Sommerekzem löst bei Pferden einen starken Juckreiz aus. Das kann durch heftiges Scheuern zu Haarausfall führen.

Über das Sommerekzem wird viel geschrieben. Daher gibt es eine Masse an Informationen, die ich versuche, zusammenzufassen. Im kommenden Jahr werde ich das Thema nochmals aufgreifen. Ich werde dann versuchen, neue Erkenntnisse einfließen zu lassen.

Vorab sei gesagt: Es ist leider eine Tatsache, dass das Sommerekzem bei Pferden bislang nicht vollständig geheilt werden kann. Es ist lediglich möglich, die Symptome zu lindern.

Was ist ein Sommerekzem?

Das Sommerekzem ist eine der häufigsten Hautkrankheiten bei Pferden. Es ist eine nicht infektiöse allergische Hauterkrankung in Form einer Hyperergie (allergische Überempfindlichkeit) vom Allergietyp I (Sofort-Typ) gegenüber eigentlich harmlosen Inhaltsstoffen des Speichels einer Mücke: Vereinfacht ausgedrückt also eine Allergie gegen Mückenstiche. Die Inhaltsstoffe des Speichels lösen diesen fürchterlichen Juckreiz aus.

Und da kann ich selbst auch ein Lied von singen, denn wenn mich eine Mücke sticht, dann habe ich rote, hässlich aussehende Beulen am Körper, die mich – wenn sie frisch sind – beinahe um den Verstand bringen. Daher habe ich im Sommer immer Antihistamine in der Tasche, um nicht durchzudrehen.

Das Sommerekzem ist bei Pferden weit verbreitet, jedoch tritt es unterschiedlich häufig in den einzelnen Ländern auf, denn auch das Klima spielt eine Rolle.

Wann tritt das Sommerekzem auf?

In der Zeit zwischen April und Oktober, also hauptsächlich während der Weidezeit. Schauen wir uns die Phasen der Erkrankung etwas genauer an.

Die Krankheit teilt sich in fünf, jährlich wiederkehrende Phasen. In der Regel heilen die betroffenen Stellen über den Winter gut ab. Doch leider tritt das Sommerekzem jedes Jahr wieder auf. Im Winter sind Ekzempferde von gesunden Pferden kaum zu unterscheiden. Lediglich eventuell auftretende Schuppenbildung, eine kurze Mähne sowie eine verkürzte Schweifrübe können Hinweise für ein Ekzempferd sein.

Phase 1 im April/Mai
Diese macht sich durch Haarausfall und erste Schwellungen nach den ersten Stichen bemerkbar.

Phase 2 im Juni/Juli
Das ist der Höhepunkt der Erkrankung, da dies die Gnitzenhauptzeit ist. (Gnitze = Culicoidesmücke)

Phase 3 im Juli/August
Die Brutstätten der Gnitzen trocknen aus, wodurch sich die Ekzemstellen regenerieren.

Phase 4 im August
Die Pferdehaut hat sich größtenteils erholt, doch leider haben sich mitunter Narben gebildet.

Wiederholung der Phase 2 im September
Die Gnitzen treten wieder verstärkt auf und ein zweiter Höhepunkt des Sommerekzems tritt auf.

Phase 5 im Oktober/November
Die betroffenen Stellen heilen ab und es ist auch möglich, dass die Narben über den Winter verschwinden oder sie werden durch dichtes Winterfell verdeckt.

Ist mein Pferd besonders anfällig für das Sommerekzem?

Grundsätzlich können alle Pferderassen am Sommerekzem erkranken, natürlich auch Esel und Maultiere.

Besonders betroffen sind Pferde mit Weide- oder Auslaufaufenthalt in den verschiedensten Formen. Ausschlaggebend für eine mögliche Erkrankung am Sommerekzem scheint der Zugang zum Gras zu sein. Nur ein kleiner Teil an Pferden, die in Boxen gehalten werden oder im Laufstall/Offenstall, aber keinen Zugang zum Gras haben, erkranken am Sommerekzem.

Woran erkenne ich das Sommerekzem?

Das Sommerekzem löst einen starken Juckreiz aus.

Zunächst einmal sind die auffälligsten Symptome ein starker Juckreiz und Unruhe, die die punktförmigen Schwellungen (Quaddeln) hervorrufen. An diesen Stellen sträuben sich die Haare.

In der Folge scheuern sich die Pferde häufig und beknabbern die betroffenen Hautbereiche. Auch das kennen wir von uns Menschen. Also zumindest diejenigen unter uns, die Mückenstiche – wie mich – in den Wahnsinn treiben. Der Wunsch, durch Kratzen und Scheuern den Juckreiz zu stillen ist ungemein groß. In diesem Augenblick ist es auch ein Gefühl von Erleichterung. Doch unmittelbar danach ist der Juckreiz oft noch größer. Unter Umständen sind die Schwellungen aufgekratzt und verursachen zusätzlichen Schmerz. Das Fatale daran ist, dass Insekten durch die bereits bestehenden Läsionen (Schädigung, Verletzung oder Störung der z. B. Haut) verstärkt angezogen werden. Ein Teufelskreislauf!

An welchen Stellen tritt das Sommerekzem besonders auf?

Das Sommerekzem tritt laut Beobachtungen häufig in Bereichen auf, in denen die Oberhaut (oberste der drei Hautschichten) nicht so dick ist. Auch an Übergängen von Langhaar zu Kurzhaar, z. B. im Mähnenbereich, dem Schweifbereich oder auch der Bauchnaht tritt das Sommerekzem auf. Es kann auch an anderen Stellen auftreten, aber an diesen Stellen wird es am häufigsten beobachtet.

Auslöser/Ursachen des Sommerekzems?

Der Mückenstich

Der Auslöser für ein Sommerekzem ist hauptsächlich ein Stich durch die Culicoidesmücke, einer Gattung der Gnitzen. Ihr Speichel enthält körperfremde Stoffe, die den Juckreiz verursachen. Dieser Speichel fließt in die Einstichstelle.

Die Gnitzen sind vor allem in den Morgen- und Abendstunden unterwegs, aber auch in der Nacht aktiv. Aber nur die tragenden Weibchen sind die „Blutsauger“. Die Männchen und nicht tragenden Weibchen ernähren sich von Blütensäften. Im Mai und September ist die Hauptvermehrungszeit der lästigen Gnitzen.

Fütterungsfehler

Ursächlich für ein Sommerekzem kann tatsächlich auch ein Fütterungsfehler sein. Pferde können eine Eiweißunverträglichkeit oder Eiweißempfindlichkeit aufweisen. Wird dieses dann über das Maß hinaus zugefüttert, kann dies zu einem gestörten Stoffwechsel führen, was wiederum ein Sommerekzem hervorrufen kann.

Zu wenig Schweißdrüsen

Hiervon können laut Dieter Kolb (Islandpferdezüchter und ehemaliger Ekzempferdebesitzer aus Saarbrücken) vor allem Isländer betroffen sein. (Früher war das Sommerekzem eine typische Isländerkrankheit.) Ein Pferd mit weniger Schweißdrüsen schwitzt nach Dieter Kolb weniger, sondert dafür aber konzentrierteren Schweiß ab. Dies lockt Insekten wiederum vermehrt an. Was in den kalten Regionen von Vorteil ist (weniger Schwitzen schützt z. B. vor unter Umständen tödlichen Erkältungen) ist außerhalb dieser aber von Nachteil und begünstigt das Sommerekzem.

Stress

Die Haut wird als Spiegel des Wohlbefindens und der Gesundheit beschrieben. Stress kann zum Beispiel durch einen Stallwechsel hervorgerufen werden und kann auch ein Auslöser für ein Sommerekzem sein. Eine Veränderung in der Herde kann ebenfalls Stress auslösen.

Wie kann ich meinem Pferd helfen?

Haltung

Erkrankte Pferde sollten möglichst fern von den Orten gehalten werden, an denen die Gnitze sich sehr wohlfühlt. So richtig pudelwohl fühlt sie sich an Waldrändern, Wasserläufen, Teichen, Tümpel, Moorgebieten, wasserführenden Feuchtgebieten, langsam fließenden Gewässern und Gebieten mit hoher Bodenfeuchte. Auch, wenn es mitunter sicher nicht leicht oder gar nicht umsetzbar ist, sollten Ekzempferde mindestens 10 km weit weg von den genannten Gebieten gehalten werden.

Grundsätzlich sollte auf die Hygiene geachtet werden: Hier sei die regelmäßige Koppelpflege genannt, also das Abäppeln. Die Boxen und/oder Unterstände sollten nicht nur während der Ekzemerzeit sauber sein. Wenn möglich, bitte keine Spinnweben entfernen, denn Spinnen sind unermüdliche Fliegenfänger! Und wenn der Misthaufen auch nicht gerade nebenan ist, hilft das sicher auch, unsere Lieblinge zu schützen. Der Geruch von Urin und Kot zieht die Gnitzenbiester nämlich förmlich an.

Leider ziehen auch Bewölkung und Gewitter Gnitzen an sowie auch die Dämmerung und Dunkelheit.

Fütterung

Wenn bekannt ist, dass Dein Pferd eiweißempfindlich ist oder sogar eine Unverträglichkeit aufweist, ist es ratsam, die Eiweißzufuhr zu beschränken und den Weidegang zu dosieren. Grundsätzlich gilt natürlich – auch unabhängig von einem Sommerekzem –, die Fütterung den speziellen Bedürfnissen Deines Pferdes anzupassen. Aber das weißt Du ja sicher schon. 😊

Eindecken

Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Fliegendecken oder auch Ekzemerdecken gibt es zur Genüge im Angebot. Doch die Frage ist, ob das auch wirklich zielführend ist.

Decken schützen auch vor Sonneneinstrahlung, doch Sonnenlicht begünstigt das Sommerekzem nicht. Ganz im Gegenteil, denn direkte Sonneneinstrahlung und auch trockene Luft sind eher ungünstig für die Gnitzen. Zudem sorgt das Sonnenlicht für das wichtige Vitamin D.

Ich werde mich jeglicher Meinung entziehen, ob Eindecken nun gut oder schlecht ist. Hier denke ich – sollte das jeder Pferdebesitzer für sich entscheiden.

Impfen gegen das Sommerekzem

Außerhalb der Saison kann eine Allergen-spezifische Immuntherapie (ASIT) Dein Pferd hyposensibilisieren. Vereinfacht ausgedrückt: Es ist möglich, Dein Pferd gegen das Sommerekzem zu impfen. Diese „Impfung“ ist allerdings ein relativ neuer Ansatz.

Dies kann vor allem dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht helfen. Bitte lasse Dich hier bei Bedarf von Deinem Tierarzt beraten.

Wie wir es von einer Impfung her kennen, werden die Allergene in sehr geringer Dosis unter die Haut gespritzt. Durch eine allmähliche Erhöhung der Dosierung soll eine Desensibilisierung erreicht werden. Einfach ausgedrückt, soll sich das Immunsystem Deines Pferdes an diese Stoffe gewöhnen.

Was kann ich tun, um dem Sommerekzem vorzubeugen?

Pferdehalter sollten bestmöglich versuchen, die fiesen Stiche zu vermeiden. Da sich der Körper das Allergen „merkt“, tritt das Sommerekzem jedes Jahr stärker auf, wenn nichts dagegen unternommen wird.

Aus dem Buch von Heidemarie Heinrich „Sommerekzem“ zeige ich Euch hier nun eine zusammenfassende Übersicht, was ein Ekzem fördert und was es verhindert.

Ekzem fördernde Faktoren

  • Bewölkung/Gewitterneigung
  • Windstille/windgeschützte Orte
  • Waldränder, Wasserläufe, Moorgebiete, Teiche, Tümpel, o. Ä.
  • Temperaturen über 9°C
  • Weidegang in der Nacht oder in den Stunden vor und nach Sonnenauf- und Sonnenuntergang
  • Flachlandklima
  • Misthaufen in der Nähe des Aufenthaltsortes des Pferdes
  • Entfernen aller Spinnweben (Fliegenfänger)
  • zwei oder mehrere Ekzemer zusammen in einem Auslauf (Verstümmelungsgefahr durch eskalierendes Beknabbern)
  • Überfütterung
  • Unter- oder Überversorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen (z. B. Calciummangel oder -überschuss verhindert Zink-, Selen- und Kupferaufnahme)
  • artenarme, gedüngte Weideflächen, hoher Bewuchs
  • eiweißreiches, rohfaserarmes Heu (von mehrmals jährlich geschnittenen Grasflächen)
  • mangelnde Pflege, fehlende Ansprache, psychische Probleme

Ekzem verhindernde Faktoren

  • direkte Sonneneinstrahlung
  • Wind
  • nächster Waldrand, Wasserlauf, Teich o. Ä. sind über 10 km entfernt
  • Temperaturen unter 9°C
  • Weidegang am Tag
  • Aufstallung in der Nacht
  • Höhenklima über 2000m
  • möglichst abgelegene Lage des Misthaufens
  • Erhalten von Spinnweben (Fliegenfänger)
  • Ekzemer nur in Gesellschaft von gesunden Pferden in einen Auslauf entlassen, denn gesunde Pferde verweigern zu heftiges Beknabbern
  • bedarfs- und rassegerechte Fütterung
  • Analyse der Kraftfutterration und des Zusatzfutters (manchmal treten auch Allergien gegen bestimmte Futtermittel auf). Braucht das Pferd überhaupt Kraftfutter?
  • geringer (kurzer) Bewuchs, kräuterreiche und artenreiche Weidefläche, Vermeidung des ersten Frühjahrsgrases (evtl. vorher mähen)
  • rohfaserreiches, blüten- und samenreiches Heu, das von Grasflächen stammt, die nur einmal im Jahr (spät) geschnitten werden
  • angemessene Pflege, trotz Ekzem braucht das Pferd Beschäftigung

Schlusswort

Ich selbst kann Tiere nicht leiden sehen und es bricht mir jedes Mal nahezu das Herz. Und es tut mir schon so leid, wenn ich Pferde sehe, an denen die Fliegen nur so kleben.

Im Laufe meiner Recherchen zu diesem Thema habe ich gemerkt, dass ein Basiswissen über Heilpflanzen nicht verkehrt ist. Daher habe ich begonnen, mich zur Tierheilpraktikerin fortzubilden.

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