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Koppelgeflüster – Folge 2

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind

von Tamara Dörsch

Es ist morgens 8 Uhr auf der Finkenmühle Koppel. Es ist Herbst und der Wind pfeift ordentlich durch alle Löcher. Und der Regen von gestern hat schon einige Seen entstehen lassen.

Willy, the big boss, ruft zum Morgenkreis. Launig und träge stapfen die Pferde heran, die Hälse sind tief gesenkt. Nur Romano, der bewegt sich ganz komisch. „Der läuft ja Schlangenlinien“ denkt sich Willy. „Ob der gestern etwa schon den Glühwein gekostet hat?“ Da liegt Willy jedoch ganz falsch, denn Romano weicht einfach nur jeder noch so kleinen Pfütze aus. Denn Pfützen sind schließlich nass und kalt und einfach bäh.

Willy:
„Was ist denn mit euch los?“

Lilly:
„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“

Lilly ist schon ganz aufgeregt und tänzelt ungeduldig auf der Stelle. Nur Romano, der mag das Wetter gar nicht, schnaubt genervt und legt die Ohren an.

Nasse Pfützen und Romano passen nicht zusammen

Romano:
„Kack Wind! Pustet mir jedes Mal unter die Mähne und fährt mir durch den ganzen Körper. Ich hasse Wind! Der lässt zwar meine Mähne gut aussehen, aber nein. Wind ist doof! Und überall diese Pfützen! Muss der Herbst so viele Pfützen mitbringen? Furchtbar!

Balou:
„Uuuuhhh, das ist so gruselig! Überall diese Geräusche. Überall diese Pfiffe. Uuuuhhh, das ist so gruselig!“
Erschrocken dreht sich Balou um: „Ahh, was war das?“

Winnetou:
Ich, Du oller Angsthase! Ich bin ein Pferd, einfach nur ein Pferd. Mein Schweif hat Dich berührt!

Romano schnaubt genervt und verdreht die Augen: „Dieser Angsthase Balou, also echt.“

Willy:
„Jetzt reißt Euch mal zusammen. Es ist schließlich Herbst. Das ist alles normal und muss Niemandem Angst machen!“

Lilly:
„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind! Wuuuhuuuu“ Sie schüttelt ihre Mähne und tänzelt freudig auf der Stelle.

Balou allerdings, der sieht sich ängstlich um, ob nicht doch irgendwo ein Windgespenst lauert. Romanos Laune sinkt immer weiter.

Der Herbstblues

Romano genervt:
„Sag mal, hast Du eigentlich den Herbstblues oder was? Oder hast Du schlechtes Gras gefressen? Chef, wie lange soll das hier eigentlich noch dauern? Es sieht sehr nach Regen aus! Ich will ins Warme, ich will Heu und ich muss Pipi! Ich will reingehen!“

Willy streng:
„Wenn hier einer den Herbstblues hat, dann bist das wohl du!“ Der Wind wird Dich schon nicht umbringen!

Lilly:
„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“

Balou zitternd:
„Mich bringt der Wind ganz bestimmt um. Mich ganz bestimmt!“

Willy seufzt:
„Oh man! Das wird heute bestimmt ein lustiger Tag!“

Winnetou fragt neugierig:
„Wirklich? Cool! Was machen wir denn?“

Gipsy grinst:
„Also Winnetou! Hast Du denn noch nie was von Ironie gehört? Das wird kein lustiger Tag! Guck Dich doch mal um! Die meisten Pferde sind schlecht gelaunt und bis die sich an den Herbst gewöhnt haben, gibt’s oft Beef.“

Dem Herdenchef reicht es jetzt

Willy:
„So, genug jetzt! Haben wir Herbst? JA! Ist es windig? JA“ Wird es regnen? Ganz bestimmt sogar! Ich kann es nicht ändern! Ihr werdet aber deswegen nicht sterben! Auch Du nicht, Balou!

Lasst euch ja nicht anmerken, dass euch der Herbst so nervt. Mein Frauchen wird sonst sauer und dann ist hier die Kacke am Dampfen!“

Lilly aufgeregt:
„Lasst uns mit dem Wind reiten! Dann bin ich bestimmt noch schneller.“

Willy:
„Apropos reiten: Wie war eigentlich eure Stunde gestern?

Balou zitternd:
„Die Ecken, die Ecken waren soooo gruuuselig!“

Willy tadelt Balou:
„Balou!?! Die Ecken fressen dich nicht! Die sind genauso harmlos wie im Sommer.“

Romano meldet sich zu Wort:
„Pfützen, Wind und Regen. Noch Fragen? Meine Frisur war im Eimer und meine Hufen ganz furchtbar dreckig.“ Aber meine Reiterin sagte, dass ich bei dem Sauwetter ein angenehmes Tempo gelaufen bin.

Winnetou stichelt:
„Naja, wenn man fünffache Schlangenlinien auf der langen Seite macht, weil überall Pfützen sind, kann man ja auch nicht losschießen.“

Romano ist beleidigt und schnappt kurz in Winnetous Richtung.

Lilly sagt zu der Reitstunde:
„Die Stunde war rasant, rasant, richtig rühmlich.“

Gipsy korrigiert sie:
„Rühmlich? Wohl kaum. Schlammfetzen trifft es wohl eher.“

Lilly antwortet:
„Naja, wenigstens schlafe ich unter dem Sattel nicht.“

Wo kommst Du denn jetzt her?

Der faule Silas ist inzwischen auch im Morgenkreis und sagt:
„Das solltest du aber mal ausprobieren. Das ist richtig angenehm. Nur einen Schritt nach dem anderen und zack ist die Stunde auch schon vorbei.“

Willy ist überrascht:
„Silas, wo kommst du denn jetzt her? Du bist zu spät!“

Silas:
„Ähm, aber Chef, ich hatte doch eine Aufgabe, damit der Morgenkreis ruhiger verläuft. Ich sollte doch Polly beschäftigen, damit sie die Jungs nicht stört. Das war mir dann aber zu anstrengend.

Polly gesellt sich zur Gruppe

Und prompt kommt die blinkende Polly angehüpft. Sie umkreist Silas und quetscht sich dann zwischen Winnetou und Romano. Der quittiert dieses Verhalten mit angelegten Ohren und zwickt Polly.

Polly säuselt:
„Hello boys. Also mir macht der Regen ja nichts aus! Ein schönes Pferd wie mich wird durch nichts entstellt. Richtig, Jungs?“

Polly wirft den Kopf hoch und legt ihren Schweif zur Seite. Dabei schielt sie Romano verliebt an. Der dreht ihr allerdings im gleichen Moment den Hintern zu und lässt seine Hufen sprechen. Gipsy funkelt grimmig.

Willy geht genervt dazwischen:
„Halt! Stopp! Polly! Im Morgenkreis hat Deine Rosse nichts zu suchen! Das habe ich dir schon soo oft gesagt! Und Romano? Musst du dich eigentlich immer gleich kloppen?“

Gipsy ist nicht gut auf Polly zu sprechen

Gipsy mischt sich giftig ein:
„Er hätte schon noch genauer treffen können! Ey, Polly du Ziege. Romano ist mein Mann, kapiert? Und er will dich nicht! Wann verstehst du das endlich?!“

Polly zickt Gipsy an:
„Pfff, reinste Geschmacksverirrung! Das merkt Romano schon noch!“

Die beiden Stuten legen die Ohren an. Doch Romano drängt Gipsy ab und dreht Polly wieder seinen Hintern zu.

Balou jammert:
„Heute ist kein schöner Tag, kein schöner Tag.“

Lilly stupst Winnetou an:
„Komm Winnetou, wir gehen. Das ist mir hier echt zu blöd.“

Silas summt:
„Ich glaube, da hinten lächelt mich ein Grashalm an. Das wer….“

Plötzlich kracht es laut, der Himmel öffnet seine Schleusen und der erste Blitz erhellt den grauen Tag. Lilly und Winnetou stecken ihre Köpfe schnell unter den einzigen Baum, der seine Äste über der Koppel hängen hat. Vom Stall her sind schnelle Schritte und Rufe zu hören. Willy positioniert sich in Windeseile am Koppeltor. Die anderen Pferde folgen ihm. Für einen Zickenkrieg ist jetzt kein Platz mehr, jetzt müssen alle Pferde schnell rein. Und die Menschen führen die schon tropfnassen Pferde schnell in ihre trockenen Boxen.

Du bist die Einzige

Romanos und Gipsys Boxen liegen nebeneinander. Und Gipsy fragt:
„Duhu? Romano?“

Er antwortet:
„Ja, mein Liebling. Was hast Du auf dem Herzen?“

Gipsy fragt ihn schüchtern:
„Bin ich wirklich eine Geschmacksverirrung?“

Romano lächelt Gipsy an und sagt:
„Aber nein mein Schatz! DU bist die Einzige und Richtige für mich! Keine andere Frau wird das jemals sein!“

Gipsy wird leicht rot und lächelt ihren Romano an. Durch das Gitter berühren sich ihre Nasen und die Welt auf der Finkenmühle ist für heute wieder in Ordnung.

Die zweite Folge hören

🔊Hörst Du Geschichten lieber? Dann kannst Du die zweite Folge hier auch hören.
(Gesprochen von Jacky)

Lasst uns in den Kommentaren gerne wissen, wie Euch die zweite Folge des Koppelgeflüsters gefällt. Sagt uns gerne auch, ob Ihr die Folgen künftig auch zusätzlich gesprochen wollt oder nicht! 🤗

Anmerkung: Ich (Jacky) habe das erste Mal eine Geschichte eingesprochen!

In der nächsten Folge

Halloween 🎃 👻 steht vor der Tür

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