Das gesunde Johannisbrotkernmehl als krebserregender Zusatzstoff?

Aktuell werden viele Lebensmittel zurückgerufen, weil sie Johannisbrotkernmehl beinhalten. Jüngst gibt es immer mehr Berichte, dass dieser Zusatzstoff mit dem Biozid Ethylenoxid belastet ist. Ethylenoxid ist krebserregend und verändert das Erbgut. (Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung, Ende Juli 2021)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt zu dem Ergebnis, dass selbst kleinste Mengen des Biozids in Lebensmitteln unerwünscht sind. Die vollständige gesundheitliche Bewertung kannst Du hier (8-seitiges pdf-Dokument) nachlesen.

Am 13. Juli 2021 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf verständigt, Lebensmittel zurückzurufen, die mit Ethylenoxid belastetes Johannisbrotkernmehl enthalten. (Quelle: Foodwatch)

Foodwatch hat sogar eine Petition ins Leben gerufen. Sie fordern eine großflächig angelegte Rückrufaktion von Lebensmitteln, die Johannisbrotkernmehl enthalten. Doch diese Petition bezieht sich nur auf Lebensmittel. Nach der derzeit gültigen EU-Gesetzeslage darf Tierfutter nicht als Lebensmittel bezeichnet werden. Sogar verkaufsfördernde Umschreibungen wie „Lebensmittelqualität“ sind unzulässig.

Und was ist nun mit Tierfutter?

Johannisbrotkernmehl wird nicht nur in etlichen Lebensmitteln wie Eiscreme, Back- und Fleischwaren oder Konfitüren als Verdickungsmittel oder Stabilisator benutzt, sondern auch im Trocken- und Nassfutter für Hunde und Katzen. Sogar in der Pferdefütterung wird Johannisbrotkernmehl verwendet.

Was ist Johannisbrotkernmehl überhaupt?

Zunächst sei erwähnt, dass Johannisbrotkernmehl als Bezeichnung auf der Verpackung selten, bis gar nicht zu finden ist. Vielmehr wird die Bezeichnung „E410“ verwendet.

Johannisbrotbaum mit Schoten

Das Mehl wird aus den Samen der Johannisbrotschote des immergrünen Johannisbrotbaumes gewonnen. Diese werden zu Pulver vermahlen, das relativ geschmacksneutral ist. Zudem ist es Gluten- und Laktose frei. Sogar eine Cholesterin senkende Wirkung wird angenommen.

Die Schote selbst hat einen süßlichen Geschmack und wirkt bei Pferden appetitanregend. In Gegenden, in denen der Johannisbrotbaum heimisch ist, fressen Pferde die ganzen Schoten sogar ganz gern. Sie sammeln die am Boden liegenden Schoten im trockenen Zustand auf. Sie sollen laut Internetberichten einen ähnlich hohen Stellenwert haben wie hierzulande die Karotten.

Welches Tierfutter enthält Johannisbrotkernmehl?

Nicht die Schote selbst ist im Tierfutter zu finden, sondern nur die Samen daraus.

Wie anfangs schon erwähnt, ist bei Hunden und Katzen E410 sowohl im Trocken- als auch Nassfutter zu finden. Bei Pferdefuttermitteln wird Johannisbrotkernmehl oft in Müslis verarbeitet. Um sicher zu gehen, ist es ratsam, sich die Angaben auf dem Etikett genauer anzuschauen.

Rückruf von Tierfutter

Es gibt immer mal wieder Rückrufaktionen von Tierfutter. Mal, weil der Vitamin-D-Gehalt zu hoch ist, mal wegen Salmonellen oder multiresistenten Bakterien.

Im Juli 2021 gab es bereits einen Rückruf einer Firma von Moringa-Pulver. Hier wurde das schädliche Biozid nachgewiesen.

Warum ist das gesunde Pulver jetzt plötzlich gefährlich?

Nicht das Johannisbrotkernmehl ist das Problem, sondern die Behandlung der Pflanzen mit dem Biozid Ethylenoxid. Dieses farblose und hochentzündliche Gas mit süßlichem Geruch gilt es krebserregend und erbgutverändernd. EU-weit ist die Verwendung in der Lebens- und Futtermittelproduktion verboten, in Deutschland seit 1981. Doch in Drittstaaten wird es noch eingesetzt. Hält halt Schädlinge fern. Ist aber eben auch schädlich.

Betroffen sind laut Internetrecherche aber nur Produkte, die Johannisbrotkernmehl enthalten, das aus der Türkei importiert wurde. Ob das wirklich stimmt, bleibt abzuwarten.

Muss jetzt alles weg, was E410 enthält?

Heißt das jetzt, dass alles wegmuss, das den Zusatzstoff E410 enthält? Nein, natürlich nicht. Wir möchten nur über aktuelle Ereignisse aufklären. Und wir möchten dazu anregen, sich auch mehr mit den Inhaltsstoffen von Tierfutter zu beschäftigen. Das haben unsere Lieblinge verdient! Und natürlich ist es aktuell empfehlenswert, die Nachrichten wegen möglicher Rückrufaktionen im Auge zu behalten.

Was kannst Du tun?

Fragst Du Dich nun auch gerade, wie Du das machen sollst? Wie sollst Du Dich mit Inhaltsstoffen beschäftigen, wenn Du nicht so genau weißt, welcher Zusatzstoff sich hinter welchem Begriff versteckt? Dabei können wir Dir helfen!

Bettina bietet hierzu eine kostenfreie Auswertung Deines Futters an. Du kannst dazu auch einen ihrer kostenlosen Vorträge hier buchen.

Wir behalten das Thema für Dich im Auge und wenn Du nichts verpassen willst, abonniere gerne unseren Newsletter oder folge uns auf Instagram und/oder Facebook.

Autoren: Bettina Staude & Jacky Wodrich

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